In diesem Jahr steht der Jahresbericht unter dem Motto „Wege finden“.
Was bedeutet dies in und für die Kirchenkreissozialarbeit, die weiterhin als erste Anlaufstelle im Beratungsangebot des Diakonischen Werkes agiert.
Die Kirchenkreissozialarbeit mit der Allgemeinen Sozialberatung wird an den 6 Beratungsstandorten Alfeld, Bockenem, Elze, Hildesheim, Peine und Sarstedt angeboten. Mit der Arbeitslosen Beratung im Maluki kam in 2025 ein weiterer Standort dazu. So sind wir auch in der Fläche und in kleineren Kommunen präsent und für viele Ratsuchende gut erreichbar.
Wege zu finden in die allgemeine Sozialberatung und die Kirchenkreissozialarbeit hat viele Facetten und ist geprägt von den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten.
Für Ratsuchende bedeutet Wege finden, dass sie sich in akuten Notlagen an uns wenden oder zu einem vereinbarten Termin kommen. Manchmal braucht es einige Umwege, bevor sie bei uns Beratung annehmen können. Die Klienten suchen Orientierung, Unterstützung bei Anträgen, Finanzen oder Wohnfragen. In diesen Momenten erleben sie hilfreiche Begleitung, klare Strukturen und realistische Schritte, die zu ihrer Lebenssituation passen. Wir helfen dabei, neue Wege sichtbar zu machen, Ressourcen zu aktivieren und Brücken zu Angeboten zu schlagen – von finanzieller Beratung über Bildung bis hin zu sozialer Teilhabe
Unsere Zielgruppe setzt sich ebenfalls bunt zusammen aus Menschen & Familien unterschiedlichster Herkunft, Alter und Lebenssituation. In der Beratung der Kirchenkreissozialarbeit versuchen wir für jede*n ein passendes und weiterführendes Angebot/ Instrument zu finden, um unübersichtliche/ schwierige Situationen zu klären bzw. weitere Schritte einzuleiten.
Für uns Mitarbeitende bedeutet Wege finden, flexibel auf unterschiedliche Ratsuchende und Themen zu reagieren. Wir gestalten Beratungsangebote, bilden uns fort, arbeiten vernetzt mit Kirchengemeinden, Einrichtungen und Behörden und lernen kontinuierlich den Sozialraum kennen. Kollegiale Zusammenarbeit, Präsenz im Sozialraum und die Teilnahme an Runden Tischen ermöglichen es uns, Herausforderungen gemeinsam zu begegnen und neue Arbeitswege zu entwickeln.
Unsere Beratungs-Teams vor Ort sind sehr unterschiedlich zusammengesetzt aus verschiedenen Berufsgruppen und Nationalitäten. Im Jahr 2025 gab es an einigen Stellen personelle Wechsel und Zeiten einer kürzeren Vakanz. In den Standorten Alfeld, Bockenem, Hildesheim und Elze haben neue Kolleg*innen mit viel Engagement in der KKSOA begonnen, Die Kirchenkreissozialarbeit ist eng eingebunden und vernetzt mit der Angebotspalette unserer speziellen Fachberatungen wie Schwangeren- Schwangerschaftskonfliktberatung, und Schuldnerberatung, Kurenberatung, psychosoziale Beratung sowie Lebensberatung für Einzelne, Paare, Familien etc.
Alle Mitarbeiter*innen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um ihre Kompetenz zu erweitern und zu aktualisieren, ebenso an Supervision, um die Arbeit zu reflektieren und zu verbessern. Da sich das Team in 2025 aufgrund der diversen Stellenwechsel sehr verändert und auch verjüngt hat, organisierte die FBL Bettina Mai zusammen mit Frau Helke Ricker vom DWiN einem Teamtag zum Thema Rolle als Berater*in und diakonisches Selbstverständnis
Besonders in unseren Projekten und in den Diakonieräumen arbeiten wir eng zusammen mit Ehrenamtlichen und gehen gemeinsame Wege. Ehrenamtliche suchen Orientierung, Austausch und Fortbildung, um sich diakonisch vor Ort und im Kirchenkreis einzubringen. Sie möchten Ideen für ihre Praxis, Impulse für die Gemeindearbeit und Unterstützung bei der Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Kirchenkreissozialarbeit bietet hier Anstöße, Begleitung und relevante Netzwerke, damit Ehrenamtliche ihre Aufgaben sinnvoll und nachhaltig gestalten können. Gemeinsam können wir z.B in gemeinsamen Projekten oder auch Gottesdienste Wege finden um die Kirchen noch sozialdiakonischer zu gestalten
Wege finden in der Praxis der Kirchenkreissozialarbeit bedeutet auch, individuell passende Hilfen zu verorten: Beratungsthemen rund um Bildung, Schule, Jugend, Familien- und Kinderbildung, Unterhalt, Haushaltsberatung, Verbraucherfragen, Wohn- und Mietfragen, Bürgergeld, soziale Teilhabe und mehr. Wir arbeiten eng mit Fachbereichen, anderen Beratungsstellen, Einrichtungen und Behörden zusammen, damit Menschen den richtigen Weg zu passenden Angeboten finden. Unsere Region Hildesheim und Peine wächst, Projekte wie der Standort Maluki ermöglichen weitere Zugänge.
Im Jahr 2025 haben wir über 600 Ratsuchende beraten und mehr als 1650 Beratungen durchgeführt. Sowohl die Anzahl der Ratsuchenden als auch die auch die Beratungen haben sich gegenüber 2024 um fast 20 % erhöht. Bei der Beratung setzen wir auf Kooperationen, damit Wege zu passenden Hilfen schneller und zielgerichteter spürbar werden. Mobilitätshemmnisse bleiben Herausforderung; wir suchen Wege, diese Barrieren zu überwinden, damit alle Menschen Zugang zu Beratung und Unterstützung finden.
Durch den Diakoniefonds des Kirchenkreisverbandes sowie verschiedenen Stiftungen konnten in der Beratung Einzelpersonen und Familien in Notsituationen finanzielle Unterstützung erhalten. So wurden über den Diakoniefonds Einzelfallbeihilfen in einer Höhe von über 10.000 € insgesamt ausgezahlt. Über den Sozialfonds des Landkreises Hildesheim wurden 83 Familien und deren Kinder mit bis zu 100 € zum Schulstart unterstützt und eine Gesamtsumme in Höhe von 8300 € ausgezahlt. Weitere Zahlen und Unterstützungsfonds finden sich in der Übersichtstabelle am Ende des Berichtes
Wege finden in der allgemeinen Sozialberatung bedeutet, Raum zu geben für Würde, Respekt und gemeinsame Verantwortung, damit Menschen neue Perspektiven entdecken und konkrete Schritte in eine bessere Lebenssituation gehen können..