Jahresbericht 2025 der Lebensberatung für Einzelne, Paare und Familien im Diakonischen Werk Hildesheim

448 Menschen haben 2025 den Weg zu uns gefunden. Sie haben ein offenes Ohr gefunden für ihre Sorgen, für ihre inneren Nöte und Beziehungskrisen. Sie haben Wege gefunden, mit unveränderlichen schweren Situationen umzugehen, eigene Wünsche und Bedürfnisse wahr-zunehmen und auszudrücken, sich selbst und den Partner oder die Partnerin besser zu ver-stehen. Konflikte wurden konstruktiv gelöst und Beziehungen neu gestaltet. Manch eine/r hat für sich neue Perspektiven entwickelt. Viele Paare haben ihre Liebe zueinander vertieft und sind gemeinsam gewachsen. Andere haben in der Trennung die angemessene Lösung für sich gefunden und gehen getrennte Wege.

Die Nachfrage nach Beratung war weiterhin ungebrochen hoch. Dies zeigen auch die Zahlen (in Klammern das Vorjahresergebnis) der psychologischen Beratung.

Wir führten 2025 328 (334) Beratungsprozesse durch, 448(456) Personen waren beteiligt in 1206 (1143) Gesprächen. Dieser zahlenmäßige Anstieg der Beratungsgespräche bei etwas weniger Fällen lässt sich als Zunahme von komplexeren Beratungen verstehen. Wie in jedem Jahr mussten wir weiterhin mit einer Warteliste arbeiten bei Wartezeiten von 3-4 Monaten mitunter sogar bis zu 6 Monaten. Für viele Wartende war die Wartezeit zu lang, nach Ablauf der Wartezeit bestand kein Beratungsbedarf mehr (Paare haben sich während der Wartezeit getrennt oder ein Therapieplatz wurde gefunden). Wir haben unsererseits die Kapazitäts-grenze erreicht, und zwar hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Zeit der Beratungskräfte sowie der zur Verfügung stehenden Räume (3 Räume für acht Beratungskräfte). Der reelle Beratungsbedarf übersteigt unsere Kapazitäten um einiges, wie die Warteliste zeigt.

20 (28) Stunden Video-, und Telefonberatungen fanden statt.

Die Beratungsprozesse verteilten sich auf 107 Paarberatungs-, 208 Einzelberatungs- und 13 Familienberatungsprozesse.

248 Kinder und Jugendliche im Alter unter 21 Jahren gehören zu den Familien der Ratsu-chenden. Die durchgeführten Elternberatungen entsprechen dem Auftrag des SGB VIII, Para-grafen 16 – 28 und 41 und hatten 2025 einen Anteil von 49,4 % (45%) unserer Arbeit.

Zur Altersverteilung der Ratsuchenden: 20% der Ratsuchenden sind 18–35 Jahre alt. 11% sind älter als 65. Am stärksten vertretenen sind die 35-45-Jährigen mit 25%.

Die Beratungsanlässe und Themen für Einzel- und Paarberatungen entsprechen in etwa de-nen des Vorjahres. „Beziehungsprobleme, -krisen, Beziehungsklärung“ ist mit 32% das am häufigsten vorkommende Thema, gefolgt von „kritische Lebensereignisse/Verlusterlebnisse“ 21% und „Kommunikationsprobleme“ 17% aller Anlässe.

Unsere Supervisor:innen aus dem Team der Lebensberatung führten 67 Einzel- und Teamsupervisionssitzungen in 90 Zeitstunden durch.

Sandra Warnick hat im Januar die Nachfolge von Barbara Hermanns bei uns angetreten. Wir freuen uns mit Ihr eine hochkompetente und engagierte Kollegin gewonnen zu haben. Sie arbeitet 15 Stunden in der psychologischen Lebens-, Paar- und Familienberatung sowie 10 Stunden in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Von der Verbindung zwischen diesen Beratungsbereichen profitieren die zu beratenden Familien. Nähere Infor-mationen zu diesem Thema entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Jahresbericht der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung.

Wir freuen uns über die Fortführung unserer Kooperationen mit der „Opferhilfe Niedersach-sen“. Darüber hinaus bestehen Kooperationsvereinbarungen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements mit verschiedenen Unternehmen in und um Hildesheim.

Im Januar waren wir wieder mit Pastor*innen des Kirchenkreises auf der Hochzeitsmesse vertreten. Unser Stand wurde rege besucht.

Einen Besuch der Leiterin der Fachstelle Psychologische Beratung der Landeskirche der Landeskirche, Christine Koch-Brinkmann, bei uns erlebten wir äußerst hilfreich.

Die Imagekampagne der Landeskirche „never walk alone“ zum Sichtbarwerden der psychologischen Beratungsarbeit hat uns 2025 intensiv beschäftigt. Wir haben Info-Veranstaltungen mit Kirchenvorständen der Gemeinden im Kirchenkreisverband sowie für die Diakoniebeauftragten des Kirchenkreises durchgeführt. Ebenso stellten wir unsere Arbeit bei der Kirchenkreiskonferenz und bei der Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt ausführlich vor. Marlies Stockmeier hielt einen Gemeindeabend zum Thema: „Wenn alte Eltern Hilfe brauchen – zwischen Pflichtgefühl und eigenen Grenzen“. Mit Pastor:innen über-arbeiteten wir unseren Auftritt bei der jährlich stattfindenden Hochzeitsmesse. Darüber hin-aus waren wir bei der „Meile der Demokratie“ in Hildesheim vertreten. Bei einem Fachtag für Migration und Teilhabe in Hildesheim gab Thilo Korek einen Workshop für Mitarbeitende in der Geflüchtetenarbeit zum Thema “Nähe und Distanz in der Arbeit mit Geflüchteten“.

Das Team der Beratungsstelle wurde monatlich sehr kompetent und erfrischend von der externen Supervisorin Katrin Rhein aus Hannover begleitet.

Wöchentliche Intervisionen und Teambesprechung fanden regelmäßig statt.

Hier ein Überblick über den von den Beraterinnen und Beratern besuchten Fort- und Weiter-bildungen im Jahr 2025:

  • Langzeitfortbildung Organisationsberatung
  • Fachtag Suizidprävention EKFuL, online
  •  KI in der Beratung Diakonie Deutschland, online
  • Fortbildung des Vereins „Schatten und Licht“ zum Thema Angst- und Zwangsstörungen rund um die Geburt, online
  • interner Team-Schulungstag zum Thema “Trauma“
  • Online-Vortrag EZI „Inklusive Erziehungs- und Familienberatung – Konzepte und Haltungen“
  • Fortbildung inkl. Supervision für Verwaltungskräfte im EZI in Berlin

Teilnahme an Tagungen und Netzwerken

  • Jahrestagung der Fachstelle psychologische Beratung für die Lebensberatungs- und Erziehungsberatungsstellen in der ev. Landeskirche Hannover
  • Leitungskonferenz der Fachstelle psychologische Beratung
  • Netzwerk Frühe Hilfen

Zu guter Letzt danke ich:

allen denen, die unsere Arbeit ermöglichen:

  • den geschätzten kompetenten Kolleginnen und Kollegen für die kontinuierlich gute und hochqualifizierte Arbeit, für ihr großes Engagement für die Beratungsarbeit
  • dem Kirchenkreisverband für die Bereitstellung der Mittel,
  • dem Kirchenamt für die zuverlässige Verwaltungsarbeit,
  • unserem Geschäftsführer für sein wohlwollendes Interesse und Engagement,
  • dem Landkreis Hildesheim für die finanzielle Unterstützung,
  • all den Ratsuchenden, die uns ihr Vertrauen schenkten und mit uns gemeinsam nach neuen Lösungen für ihre Themen suchen!

Marlies Stockmeier im Februar 2026