Aktionstag Indien in der Bahnhofsmission

27. Mai 2019

Seit 2008 unterstützt das Bischöfliche Gymnasium Josephinum u.a. durch den „Aktionstag Indien“ eine Schule in Neerpair. Die Higher Secondary School befindet sich ca. 2,5 Autostunden südlich der Hauptstadt Chennai. Die 1300 Schüler kommen zum größten Teil aus Landarbeiterfamilien, deren Einkommen umgerechnet bei 1 Euro am Tag liegt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in großer Armut, obwohl der Bundesstaat Tamil Nadu, in dem Neerpair liegt, sehr wirtschaftsstark ist (Textil- und Autoindustrie, Landwirtschaft und Bodenschätze).

Mithilfe der Schulausbildung sollen den Schülern Wege aus der Armut ermöglicht werden. Insbesondere der Englischunterricht wird sehr geschätzt und als wichtig empfunden, da dem Englischen als Bildungs- und Wirtschaftssprache ein besonderer Status zukommt.

Da die meisten Eltern kein Geld für den Schulbus haben und die Kinder Schulwege von bis zu zwei Stunden pro Strecke bewältigen müssen, wurde auf dem Schulgelände ein Wohnheim für etwa 100 Jungen und Mädchen errichtet. Durch den jährlichen „Aktionstag Indien“ des Josephinums, bei dem sich alle Schüler/innen eine Tätigkeit in Betrieben und sozialen Einrichtungen suchen und die „Arbeitgeber“ dafür eine Spende entrichten, können nahezu alle Aufwendungen für dieses Projekt finanziert werden. Neben dem Schulbesuch beinhaltet das auch die Betreuung, Unterkunft und Verpflegung der Schüler. Außerdem werden Schreibmaterial, Bücher, medizinische Versorgung und eine neue Schuluniform pro Jahr für alle Kinder bezahlt. Pro Monat und Kind reichen hierfür bereits Euro 30,20 aus. Um die Beziehung zu den Partnerschulen zu intensivieren, finden regelmäßig gegenseitige Besuche nach Indien bzw. Deutschland statt.

Die Bahnhofsmission Hildesheim, die täglich mit bedürftigen Menschen zu tun hat, hat in diesem Jahr wieder einer Schülerin der 9. Klasse des Josephinums einen „Arbeitsplatz für einen Tag“ geboten. In der Bahnhofsmission können Schüler den Umgang mit Menschen in existenzieller Not einüben und Schwellenängste abbauen. Ein Praktikum in der Bahnhofsmission kann dabei unterstützen, einen respektvollen, achtsamen Umgang mit anderen Menschen vor dem Hintergrund des christlich-humanistischen Menschenbildes einzuüben.

 

Unsere Praktikantin Lara bekam einen Einblick in die täglichen Abläufe der Bahnhofsmission und unterstützte das Team. Sie hat frischen Butterkuchen für die Gäste gebacken, Kaffee gekocht und Gespräche mit den Gästen geführt. Besonders über den leckeren Kuchen haben sich die Gäste sehr gefreut. 

Auch im nächsten Jahr werden wir gern eine/n Josephiner/in am Aktionstag Indien bei uns beschäftigen und diese gute Sache unterstützen.