Fastenaktion der Marienschule

Nachricht 24. März 2018

An vier Mittwochvormittagen in der Fastenzeit besuchten uns Schüler und Schülerinnen des zehnten Jahrgangs der Marienschule Hildesheim. Das Ziel des „Projekts Fastenzeit“ war es, soziale Einrichtungen der Stadt Hildesheim und ihre Arbeit kennen zu lernen und sich mit deren Zielen und Aufgaben auseinander zu setzen.

Die Schüler/innen waren zuvor mit einer Andacht zum Thema „Bedürftigkeit“ in der Kapelle Heilig Kreuz auf die Thematik ihres Einsatzortes vorbereitet worden.

Die Jugendlichen, die zu uns kamen, hatten sich zum größten Teil bewusst für die Bahnhofsmission entschieden. Dennoch hatten sie kaum Vorstellungen davon, welche Aufgaben die Bahnhofsmission hat.

Uns war es wichtig, dass die Schüler direkten Kontakt zu den Gästen haben, ihre eventuell vorhandene Scheu und Vorurteile ablegen können und die Möglichkeit haben, durch den Umgang mit Menschen in existenzieller Not Schwellenängste abzubauen.

Zu den Aufgaben unserer „Tagespraktikanten“ gehörte es, neben dem Kennenlernen der Einrichtung Bahnhofsmission (Räumlichkeiten, Mitarbeiter, Geschichte) insbesondere die Begrüßung und Bewirtung der Gäste sowie Gespräche mit ihnen.
Es wurde Kuchen gebacken, Brötchen geschmiert und Kaffee für die Klienten gekocht. Aber auch Aufgaben wie die Recherche wichtiger Adressen von Hilfsorganisationen und sozialer Einrichtungen sowie deren Öffnungszeiten, die Neugestaltung unseres Schaukastens und die Entrümpelung und Säuberung der Putzkammer gehörten dazu.  Insbesondere unsere Stammgäste, schienen sich sehr über den Besuch und Einsatz „der jungen Leute“ zu freuen.

Darüber hinaus leisteten die Praktikanten Hilfestellungen auch an den Gleisen, gingen mit der Sammelbüchse herum und standen als Ansprechpartner im Bahnhof und am Bahngleis zur Verfügung.

Am Ende des Vormittags erfolgte jeweils eine gemeinsame Reflexion des Erlebten. Viele Schüler berichteten, bedürftige Menschen bisher nicht als „ganz normale Menschen“ wahrgenommen zu haben und waren erstaunt, dass man mit ihnen „ganz normale Gespräche“ führen kann. Die Tatsache, dass einige Hilfsbedürftige sich nicht helfen lassen wollen oder Hilfe nicht annehmen können, setzte den Schüler/innen teilweise sehr zu. Mit den Jugendlichen auch die Grenzen unserer Hilfsmöglichkeiten zu besprechen, war an dieser Stelle sehr wichtig.

Auch wenn die Schüler/innen nur einige Stunden in der Bahnhofsmission verbrachten, konnten bei vielen wichtige Lernerfahrungen im Ansatz angebahnt werden, nämlich die Schulung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit, der Ausbau ihrer Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Diskretionsfähigkeit sowie Zivilcourage. Einige Schüler/innen sagten, dass es eine schöne Erfahrung für sie gewesen sei, „mit ganz wenig ganz viel zu geben“.

Für die Gäste und auch für uns Mitarbeiter der Bahnhofsmission war die Fastenaktion ebenfalls eine Bereicherung.