8. Dezember 2017

Nachricht

Diakonisches Werk aus Hildesheim gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

v.l. Dieter Hohmann, Martina Gilica und Gisela Sowa


Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am 8. Dezember zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Dieter Hohmann, Sarah Meyer (Name von der Redaktion geändert) und Gisela Sowa mit Moderatorin Martina Gilica anlässlich gemeinsamen Benefizaktion von NDR und Diakonie "Hand in Hand für Norddeutschland - Hilfe für Kinder und Familien in Not" über die Arbeit des Diakonischen Werks Hildesheim. 

Als Koordinatorin für die Initiative "Familien in Not" arbeitet Gisela Sowa bei der Diakonie. Es geht um Hilfen, um Beratung, aber natürlich auch ums Zuhören. Ein ganzes Netzwerk und verschiedene Unterstützer arbeiten dabei zusammen. Die Familien, die Hilfe benötigen, melden sich - teils über andere Dienste, teils, weil sie durch Flyer darauf aufmerksam wurden, wenn sie allein an ihre Grenzen stoßen. Dieter Hohmann vertritt die Schuldnerberatung der Diakonie. Er sieht bei Familien und Einzelpersonen darauf, ob das Geld ausreicht: Ist die Miete bezahlt? Der Strom? Das Essen? Gibt es Schulbusfahrkarten für das Kind, damit es nicht durch schlechtes Wetter gehen muss? In erster Linie sieht er darauf, ob mit das vorhandene Geld gut eingesetzt wird, denn teure Handyverträge sind dann z.B. Schuldenfallen, andere Dinge könnten überflüssig sein - und zu teuer. Er berät die Eltern, damit sie und auch ihre Kinder lernen, wie man mit Geld richtig umgeht. Er wünscht sich allerdings, dass solche Grundlagen auch schon in der Schule vermittelt würden. Denn Dieter Hohmann wird häufig erst dann tätig, wenn vieles schon im Argen liegt. 

Sarah Meyer hat drei Kinder, ihr Mann arbeitet Vollzeit im Schichtdienst - und doch ist ihre Familie in Not. Ihr Mann bekommt nur den Mindestlohn. Das reicht einfach nicht für fünf Personen. Einen Urlaub können sie sich schon gar nicht leisten. Über die Vermittlung durch Gisela Sowa und die Hilfe der Diakonie konnten ihre Kinder inzwischen zumindest einmal eine Ferienwoche erleben. Sarah Meyer sieht sich immer wieder mit den Vorurteilen konfrontiert wie: ihr Geld flösse wohl in Alkohol und Zigaretten, Bildungsunterstützung wäre sowieso überflüssig. Das alles ist in ihrer Familie aber nicht so. Und ihre Kinder bekommen durchaus mit, dass es schwierig ist für die Familie. Bildung und Teilhabe wie zum Beispiel bei Klassenfahrten bedeutet nämlich immer, dass die entsprechenden Formulare ausgefüllt werden müssen, die sie dann in der Schule abgeben müssen. Zum Glück, sagt Sarah Meyer, ist wenigstens das Thema "Markenklamotten" für ihre 9- und 12jährigen im Moment noch nicht aktuell. Im August bekommt sie 70 Euro pro Kind, im Frühjahr noch mal 30 Euro - für die Schule: davon muss die Schultasche, Unterrichtsmaterialien und weitere Aufwendungen bezahlt werden. 

Es ist sehr wichtig, dass sich viele Menschen trauen, um Hilfe zu bitten, erklärt Gisela Sowa. Es ist unbedingt erforderlich, sich schnell zu melden, bevor "das Kind in den Brunnen gefallen ist". Immer wieder geraten Familien unverschuldet in Not. Staatliche Leistungen für Bildung und Teilhabe stehen vielen Familien zu, reichen aber faktisch für den tatsächlichen Bedarf nicht aus. Bildung ist die beste Prävention gegen Armut, doch - beklagt Gisela Sowa - die bürokratischen Hürden sind hoch und das Geld reicht nicht aus. Stiftungen und soziale Dienste versuchen zu helfen, doch das ist nur ein "Pflaster", sagt sie klar. Dienstags um 15 Uhr und Donnerstags um 9 Uhr können sich Familien in den offenen Sprechstunden beraten lassen. 

Das Spendenkonto mit der IBAN: DE 63251 205 100 100 100 200 ist bei der Bank für Sozialwirtschaft eingerichtet. Empfänger: Diakonie im Norden. 

Quelle für Text und Bild: NDR