18. November 2016

Nachricht

Fortbildung in der Flüchtlingsarbeit

Umgang mit traumatisierten geflüchteten Menschen

   

Lamspringe. Viele Ehrenamtliche unterstützen in Stadt und Landkreis Hildesheim mit hohem Engagement Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Schicksalen. Laut BundesPsychotherapeutenKammer leiden etwa  40-50% der Geflüchteten in Deutschland unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Personengruppe zeige meistens Anzeichen von Depressionen und sei häufiger selbstmordgefährdet. Laut BPK seien 70% der traumatisierten Erwachsenen Geflüchteten Zeugen von Gewalt, knapp 60% hätten Leichen gesehen, 55% Gewalt gegen die eigene Person, 43% Folter, 38% haben Naturkatastrophen, 39% Unfälle,38% Krieg, 35%Gefangenschaft, 20% Vergewaltigung und sexueller Missbrauch erlebt. Traumatisierte Kinder und Jugendliche seien mit jeweils ca. 40% Zeugen von Gewalt, Unfällen und Krieg, gefolgt davon sei mit 25%  das Sehen von Leichen  und 24% hätten Naturkatastrophen, 15% Gewalt gegen die eigene Person und 5% Vergewaltigung und sexueller Missbrauch erlebt.  Oft hören Ehrenamtliche Lebens- und Fluchtgeschichten. Sie wenden sich an Institutionen, die sich mit Traumatisierungen auskennen. Meist sind Unterstützer aber im alltäglichen Umgang verunsichert und wünschen sich mehr Sicherheit.

   

Sehr anschaulich und praxisnah erfuhren Interessierte am 18.11. durch die Referentin und Traumaexpertin Sigrid Haynitzsch was genau ein Trauma ist, die Entstehung, Symptome von Traumatisierungen und welche Formen der Unterstützung hilfreich sein können. Die Frage wie unser Gehirn in belastenden Stresssituationen und bei einem oder mehreren Traumata funktioniert, wurde sehr gut beantwortet. Aufrechterhaltend und stressbelastend können auch typische Problemkreise wie z.B. „Kettenduldung mit ständiger Angst vor Abschiebung“ sein.  Auch Ehrenamtliche sollten sich schützen und ggf. fachliche Unterstützung in Anspruch nehmen, um einer möglichen Sekundärtraumatisierung entgegen zu wirken. Deshalb wurde zum Schluss auf Hilfemöglichkeiten für Ehrenamtliche hingewiesen.  Die Veranstaltung zum Thema Umgang mit traumatisierten geflüchteten Menschen war aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation und persönlichen Erfahrungen sehr gut besucht.  Unterstützt wurde diese kostenlose Fortbildung von der Diakonie in Niedersachsen sowie dem Diakonischen Werk Hildesheim.

Mandy Steinberg
(Projektleiterin zur Begleitung und Qualifizierung Ehrenamtlicher in der Flüchtlingshilfe)
 

 

Anmeldung

Mandy Steinberg

Tel.: 05121 1675 17

Hildesheim

Projektleitung zur Begleitung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit