Altenpflege-Auszubildende in Hildesheim und Sarstedt haben vielfältige Aufgaben
Es ist auf den ersten Blick vielleicht nicht der Beruf mit dem coolsten Image bei Jugendlichen. Doch wer gerne mit Menschen arbeitet und eine soziale Ader hat, kann als Altenpflege-Fachkraft seine Erfüllung finden. Die Zukunftsaussichten sind auf Grund der Bevölkerungsentwicklung sehr gut. Und wer sich weiterbildet, kann auf der Karriereleiter bis zur Heimleitung aufsteigen.
Jennifer Nolte ist in ihrem Traumjob angekommen. Die 21-Jährige absolviert derzeit eine dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft im evangelischen Altenheim St. Nicolai in Sarstedt. Dabei hat sie nur auf Umwegen zu ihrer Ausbildungsstelle gefunden. Zunächst begann sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten in einer Arztpraxis. „Ich wollte mehr mit Menschen machen“, sagt Jennifer Nolte. Und das kam ihr beim hektischen Betrieb in der Arztpraxis viel zu kurz.
Im Pflegeheim hingegen ist sie immer wieder mit den gleichen Menschen zusammen. Jennifer Nolte opfert sogar ihre Freizeit, damit sie sich genug Zeit für die alten Menschen nehmen kann. „Ich komme auch privat und besuche die Bewohner“, erzählt sie.
Das macht ihr Kollege Emanuel Maragoto genauso. „Ich verbringe gern Zeit mit Menschen. Wenn ich frei habe, bin ich gerne hier“, erzählt der 22-Jährige, der seine Ausbildung im Hildesheimer Altenheim am Steinberg gerade abgeschlossen hat.
Doch nicht nur die vielen Kontakte mit Menschen reizen die beiden jungen Leute an der Tätigkeit in der Pflege. Es handele sich um einen Beruf mit hohen Anforderungen, erzählt Maragoto. „Wir sind nicht die Po-Abwischer“, stellt er klar.
Tätigkeiten wie das Waschen der Bewohner/innen seien nur ein ganz kleiner Teil des großen Spektrums an Tätigkeiten, die ein examinierter Altenpfleger leisten müsse.
Da gehe es zum Beispiel darum, ärztliche Verordnungen umzusetzen und den betagten Bewohnerinnen und Bewohnern ihre Medikamente zu geben oder Insulin zu spritzen. Aber auch das Katheterlegen oder die Wundversorgung müssen die Pflegeprofis beherrschen. Neben solchen medizinischen Tätigkeiten gehören auch die Begleitung der Bewohner/innen bei Freizeitbeschäftigungen oder die Einteilung der Mitarbeiter/innen für die einzelnen Schichten zu den Aufgaben von Pflege-Fachkräften. Und so müssen die Nachwuchskräfte während der dreijährigen Ausbildung auch zwei vierwöchige Praktika absolvieren, etwa in Krankenhäusern oder bei Pflegediensten.
Für Jennifer Nolte steht schon jetzt fest, dass sie sich weiter qualifizieren will. „Auf jeden Fall möchte ich nach der Ausbildung studieren“, sagt die 21-Jährige. Wer ein Pflegemanagement-Studium oder eine ähnliche Zusatz-Ausbildung absolviert, kann anschließend die Leitung einer Wohngruppe übernehmen oder als Pflegedienstleiter oder sogar Heimleiter tätig werden. Solche Weiterbildungen sind auch berufsbegleitend möglich.
Die Aussichten in der Pflegebranche seien äußerst gut, erklärt Pastor Christian Ceconi, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Hildesheim und des Pflegeverbundes Diakonie, zu dem die Altenheime in Sarstedt und Ochtersum gehören. „Es ist schon so, dass der Markt dünn ist.“ Auf Grund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft werde der Bedarf an Pflegekräften noch weiter wachsen.
Zehn Azubis hat der Pflegeverbund der Diakonie Hildesheim in seinen Einrichtungen derzeit angestellt. In diesem Jahr sollen noch sechs weitere hinzukommen. Alle Auszubildenden haben laut Ceconi sehr gute Chancen, im Anschluss übernommen zu werden.
Darauf hofft natürlich auch Jennifer Nolte. Sie möchte weiter in ihrem Traumjob arbeiten. Man bekomme viel zurück, sagt sie: „Die Bewohner sind auch total dankbar.“ Der engagierte Einsatz für die alten Menschen ist ihr ein Herzensanliegen: „Vielleicht werde ich später ja auch mal so behandelt. Das wäre zumindest schön.“
Das Altenheim am Steinberg ist auch eine Station bei der ersten Hildesheimer Ausbildungslinie am 7. Oktober. Bei der Aktion im Rahmen des Themenjahres „leben lernen lernen leben“ können sich junge Menschen bei einer Busfahrt über Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt informieren. In dem Altenheim stellen sich die Azubis den Fragen der Jugendlichen.