Diakonisches Werk Hildesheim-Sarstedt



Damit beim Mittagessen alle satt werden


Kirchenkreise Alfeld und Hildesheimer Land rufen Fonds gegen Kinderarmut ins Leben / Geld für Kindergärten und Einzelfallhilfen

Armut grenzt Kinder aus und kann schon den Jüngsten Chancen verbauen. Um etwas dagegen zu unternehmen, haben die Kirchenkreise Alfeld und Hildesheimer Land einen Fonds gegen Kinderarmut ins Leben gerufen, der mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im August aktiv werden soll. Fast 18 Prozent der Kinder in der Region Hildesheim sind von Armut betroffen, sagt Matthias Böning vom Diakonischen Werk. Das Problem mache vor ländlichen Gegenden keineswegs Halt, auch wenn Familien gerade hier ihre finanzielle Not aus Scham oft zu verbergen suchten.

Doch beispielsweise in den Kindergärten wird offenbar, wo es fehlt: wenn die Familie das Mittagessen in der Tagesstätte nicht bezahlen kann und das Kind deshalb von der gemeinsamen Mahlzeit ausgeschlossen bleibt; wenn die Hausschuhe längst zu klein sind, Gummistiefel oder Regenhose wochenlang auf sich warten lassen. Wo schon bei Essen und Kleidung gespart werden muss, da ist erst recht kein Geld übrig für besondere Angebote der musischen oder künstlerischen Erziehung, für Englischunterricht, Theaterbesuche oder Ausflüge.

In solchen Fällen wird der Fonds „Hilfe für Lisas Schwester“ in Zukunft aushelfen, damit alle Kinder die Bildungsangebote nutzen können.  Um den Fonds mit Geld zu füllen, werden die evangelischen Kirchengemeinden der beiden Kirchenkreise um Unterstützung gebeten. Zusätzlich hoffen die Initiatoren auf Geld aus Stiftungen und Spenden, beispielsweise von Unternehmen, die sich in der Nachbarschaft engagieren wollen. Für jeden Euro, den die Gemeinden für den Fonds einzahlen oder einwerben, gibt die Landeskirche einen Euro dazu.
Aus diesem Etat erhält jeder der 30 evangelischen Kindergärten in den Kirchenkreisen Alfeld und Hildesheimer Land 500 Euro im Jahr zur Verfügung nach eigenem Ermessen, um besondere Angebote oder beispielsweise ein gesundes Frühstück zu finanzieren. Zusätzlich steht Geld für Einzelfallhilfen zur Verfügung. Das kann grundsätzlich jedem Kind zugute kommen, egal ob Kindergarten- oder Schulkind, ob Mitglied einer evangelischen Kirchengemeinde oder nicht. Entscheidend ist nur die Bedürftigkeit. Beantragen kann man das Geld bei der Kirchengemeinde im Ort oder beim Diakonischen Werk.

Während die Kirchenkreise im letzten Jahr mit ihrem Projekt „Ein guter Start für Lisa“ ein zeitlich begrenztes Programm aufgelegt hatten, um Kindern den Schulstart zu erleichtern, ist der Fonds gegen Kinderarmut als langfristiges Projekt geplant. Spenden können ab sofort auf das Konto des Kirchenamtes Hildesheim bei der Sparkasse Hildesheim, Konto 7009 774, BLZ 259 501 30, Stichwort „Lisa“, eingezahlt werden.

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